Handke über Möglichkeiten
Eine Möglichkeit besteht für mich jeweils nur einmal. Die Nachahmung dieser Möglichkeit ist dann schon unmöglich. Ein Modell der Darstellung ein zweites Mal angewendet, ergibt keine Neuigkeit mehr, höchstens eine Variation.
Eine Möglichkeit besteht für mich jeweils nur einmal. Die Nachahmung dieser Möglichkeit ist dann schon unmöglich. Ein Modell der Darstellung ein zweites Mal angewendet, ergibt keine Neuigkeit mehr, höchstens eine Variation.
Kannst du dir etwas vorstellen, das über die Endlichkeit oder Unendlichkeit des Raumes hinausgeht? Das hinter dem Universum weitere Universen nebenan oder darum herum existieren, ist an die Vorstellung des Raumes gebunden. Somit liegt die äußerste räumliche Vorstellung, die dein Verstand fassen kann, in einer Begrenzung. Lässt sich hinter der Unendlichkeit nichts berechnen, weil kein…
„Ein Text unterscheidet sich von der Erfassung anderer Wahrnehmungsobjekte. Ein Wahrnehmungsobjekt erschließt sich als Ganzes, ein Text über die verschiedenen Ablaufphasen der Lektüre.“ Wolfgang Iser: Der Akt des Lesens: Theorie ästhetischer Wirkung: Wilhelm Fink Verlag München, 1976: S. 177
Manchmal vergisst du, dass du liegst und verdrängst die Möglichkeit des Erwachens. Dann weißt du einfach gar nichts. Du hältst deine Augen geschlossen, weil du keine Ahnung hast, dass du sie öffnen könntest. Du versuchst dich an etwas zu erinnern, doch du hast keinen einzigen Anknüpfungspunkt, noch weißt du, dass du dich erinnern kannst. Hast…
„Jemanden in Trance erzählen durch verschachtelte Realitäten. Eine Geschichte in eine Geschichte in eine Geschichte packen, bis man die Kapazitäten seines Bewusstseins überfordert, was wohin gehört. Induktionsbotschaften beim Erzählen einflechten. Das bewusste Denken der Person überfordern bzw. die Fähigkeit überfordern, auf welcher Realitätsebene operiert wird. Das Resultat ist eine Verwirrung. Sie ist sanfter als beim…
„Der Mensch erlebt sich als zerfallend. Das Erschütternde an der Zeit ist, dass sie auftaucht, jetzt ist und ich in diesem Jetzt schon weiß, dass es gleich nicht mehr da sein wird. Körperlich, sozial, im Hören und im Sehen erleben wir dauernd den Zerfall der Welt. Wir kompensieren diesen Zerfall durch Erinnerung, durch Erwartung, durch…